Alb-Nacht

hart liege ich
an der Kante
das bett schon
besetzt mit leuten
die einmal waren
mit den meisten
hatte ich es
nicht so eng
mit den engsten
hatte ich es
nicht so
– meistens

© hertz

Herzgespann

Münder, Brüste, Hintern
steigen über mich hinweg,
aus der Traum.
Ich liege bloß
in Seitenlage,
eine Unruhe pocht
im linken Ohr.
Das Bett dröhnt.
Hundertzwanzig
hundertdreißig
hundertvierzig.
Unter meinen Fingern
rast der Puls

eines anderen.
© hertz

Zuletzt

Die Erde ist
eine Scheibe.
Träume stürzen
Hals über Kopf,
Augäpfel fliegen,
Pulse hämmern.
Ohren dröhnen
in die Kissen.
Wie Sisyphus
wälzt die Zunge,
gefangen im Mund.
Geht nicht.
© hertz

Wegweisung

Spare Brot für drei Tage.
Bitte die Alten um Wasser.
Lerne den Kompass der Bäume.
Lies die Spuren der Unschuld.
Sei gut dem Weg,
der dich geht.

© hertz

Dämmerung

Der erste Zug
zerspant
das Frühlicht,
kreischt
in der Kurve,
verschüchtert
das Begehren.
Bilder fliehen
den Schlaf.

Rechtsgewälzt.
Linksgewälzt.
Herzspitzenstoß,
es pocht,
es pocht.
Der ich bin,
ist nicht da.

© hertz