Elbisch

Brokdorf, in der hellen Bucht,
gelb lockende Blumen.
Der Landmesser steht dort,
der du einst werden wolltest,
er steckt in deiner Haut.
Du traust dich
nicht zu fragen,
bist neben dir
für lange Zeit.
Ihr guckt nach drüben,
messt den Weg in Meilen.
Das Riesenschiff versperrt
den Blick, macht Wellen,
ein Pärchen zieht die Füsse an,
der Sand wird feucht.
Man nickt sich zu.
Elen síla lúmenn‘ omentielvo. (*)

© hertz

(*) Ein Stern scheint auf die Stunde unserer Begegnung.

Im Bistro

Da drüben sitz‘ ich,
guck, die grauen Schläfen,
ein Rotwein,
ein Buch,
unaufgeschlagen,
ich schaue durchs Fenster,
stand schon im Zeugnis
der Volksschule,
einer der rausguckt,
draußen geht immer was,
eine schöne Frau
kommt zu mir.
Wer aber ist sie bloß?
Ich streiche ihr
zutraulich
über die Hüfte.

Man kennt sich
ja gar nicht
mehr.

© hertz

Straßenkampf

Die Wollmütze
und der Bärtige
klatschen sich ab,
erst mit rechts,
dann mit links.
Stürmisch und stürmischer.
Kehllaute. Singsang.
Ein verwirrtes Eichhörnchen
jagt die Platane hoch.
Der Bärtige spielt
Arm hoch, Finger gerade,
in Kinderpose
eine Hand am Abzug,
das Tier im Visier.
Brrrat-a-tat-tat-tat-tat.

© hertz

Shooting

Es glitzern die Gleise,
sie lächelt nach unten,
o Gott.
Ein andrer ist da.
Rosa Fliege,
ein meerblauer Frack,
klickert im Takt,
sie macht ihm ihr Mündchen,
wirft ihm ihr Küßchen.
betänzelt die eiserne Brüstung.
Er rollt sich rücklings,
jetzt noch von unten.
Die Braut ist im Kasten
der Anzug ist hin.

© hertz