Karbid

Der dicke Schulze
holt die Klümpchen
aus der Jackentasche,
stinken nach Klo.
Ab damit
in die Flasche von Tommi.
Wasser schon drin.
Hänschen ist stolz
auf sein Sturmfeuerzeug.
Wird nicht gebraucht.
Ich hab’ nichts.
Ich muss Schmiere stehen.
Im Rohbau kracht’s
wie Silvester.
Scherben hageln.
Das machen sie
gleich nochmal.
Zwei Häuser weiter
geht die Tür auf,
das ist bei Thomas.
Wir stieben davon,
kauern im Graben,
schleichen heim.
Nur ich
habe saubere Hände.

© hertz

Danzig

Mehr Fassaden geht nicht.
Und dann die Höfe:
Empört watet die Katze
am Saum der Pfütze entlang.
Die Junge in roten Hosen
bricht fremden Flieder,
Smartphone in der Linken.
Abfalltüten unverschämt
neben dem Brunnenhäuschen.
Unter’m Ahorn ein Bänkchen
kurz und unbesucht.
Wenn wir hier wohnten,
baute ich Dir und der Katze
einen hölzernen Steg,
umzäunte unseren Flieder allerhöchst,
schleunigst riefe ich die Müllabfuhr –
anderntags aber war ohnehin alles weg.
Und abends bisweilen
säßen wir bedeutsam eng
auf dem Bänkchen im Hof.
Einmal aber würde der schöne goldene Sigismund
auf der Spitze des Rathausturmes
winkend sich zu uns wenden.

© hertz